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Meine ersten Meditationserfahrungen auf Bali

 

Ok, lasse dich darauf ein. Erwarte keine Wunder und lasse es einfach auf dich zukommen. Mit diesen Worten bin ich heute zu Yogabarn – ein Yogastudio in Ubud, dass sehr beliebt zu scheinen sei.

Meine erste Meditationsstunde beruhte sich auf eine tibetanische Art. Wir saßen alle im Kreis in diesem wunderbaren Raum, dass nach Räucherstäbchen roch und ein Blick auf die Palmen draußen ermöglichte. Sami führte uns durch die Stunde. Ein Mann der sofort alle Blicke auf sich zieht, wenn er den Raum betritt. Jedoch nicht weil er super aussah, sondern aufgrund seiner Aura und Kleid. Ruhig, stark, individuell, erfrischend für meine europäische Augen. Als wir uns hinlegt3en dachte ich darüber nach, wie fremd mancher Deutscher diese Atmosphäre finden würde und es belustigen würde. Wir schlossen die Augen und Sami ging zu jedem einzelnen hin und rieb die Stirn mit einer speziellen Creme ein. Die Creme erinnerte mich an Wick. Wick sagen wir mal in einer hoch qualitativen Art + speziellen Pflanzen und Kräutern, die ich raus riechen konnte. Als ich da so lag und Sami begann einzelne Töne mithilfe von Glocken und sonstiges zu ertönen musste ich daran denken wie offen ich eigentlich gegenüber spirituellen Dingen bin und war überrascht, dass sogar für mich die Situation neu war. Ich verfiel in eine Art Trance. Mein Körper schlief, er schlief so fest, dass meine zwei linken Finger einschliefen und ich sie nicht mehr spürte. Ich fing an über alles mögliche nachzudenken – ach darf ich überhaupt gerade meine Gedanken zulassen? Keine Ahnung, ich lasse es jetzt einfach zu. Mir kamen einzelne Dinge an den Kopf, die ich im Alltagsstress nicht wahrgenommen habe, geniale Ideen, Dinge die ich noch erledigen wollte aber sie vergessen hatte, alle mögliche Situationen, die mir in den letzten Monaten widerfahren sind. Das Problem dabei…ich habe all diese Gedanken nach der Meditation vergessen.

 

Kommen wir zur nächsten Meditationsstunde. Ohne viel über die erste Lektion nachgedacht zu haben, stürzte ich mich sofort in die nächste Art der Meditation. Der Lehrer war diesmal Punnu. Punnu war Inder und sah aus als hätte er viel Erfahrung in diesem Gebiet. Wir setzten uns wieder im Kreis und ich hörte wie andere deutsche Mädels neben mir über die Erfahrungen aus der letzten Meditationsstunde bei Punnu erzählten. Schnell merkten sie dass ich ebenfalls aus Deutschland komme und tauschten mit mir ihre Erfahrungen aus. „Hier kann alles passieren! Manche weinen, lachen oder spüren körperliche Schmerzen. Man darf keine Angst davor haben, sondern es einfach zu lassen.“ Da kam mir wieder mein Gedanke im Sinn, dass ich ein spiritueller Mensch bin und solche Erfahrungen liebe, aber weinen und körperliche Schmerzen? Das geht doch wirklich zu weit. „In der letzten Stunde kam mir ein Erlebnis zum Vorschein, dass ich mit fünf hatte. Mir war nicht klar wie tief es noch in mir sitzte und wie wichtig es war diese Blockade zu lösen. Mithilfe der Meditation konnte ich die Erkenntnisse sammeln und dieses Erlebnis verarbeiten. Mir geht es dadurch viel besser, ich fühle mich freier.“ Ängstlich und mit Vorurteilen begann die Stunde bei Punnu. Er erzählte zuerst vieles über die Art der Meditation und welche Chakras wir in dieser Stunde behandeln werden. Chakras? Was war das nochmal? Im Grunde sind es bestimmte Energiezentren in unserem Körper in der wir negative sowie positive Gefühle speichern und ebenfalls unsere ganze Energie liegt. Es gibt die Zonen an unserem oberen Kopf, an der Stirn, an der Kehle, an der Brust oder im Magen. Das sind aber nur ein paar von vielen. Alle hatten eine andere Bedeutung. Von Wachstum, Glück bis hin zu Liebe bzw. Leidenschaft. Ich interessierte mich besonders für die an der Brust. Da sitzen unsere tiefsten Emotionen in Bezug auf Beziehungen. Punnu schilderte ähnliche Geschichten wie die Mädels. Es gibt Menschen die innerhalb der Meditation anfangen zu weinen, lachen oder sogar ein Tiger vor ihrem bloßen Auge sehen. Er appellierte keine Angst zu haben und egal was kommt es zu zu lassen. Er sei da und wir bräuchten keine Angst zu haben. Er schließte die Einführung mit den Worten ab „Are you ready to see your tiger?“ Und wir sagten alle JA! So nahmen wir uns an die Hände und schließten die Augen. Wir führten eine spezielle Atemübung durch, die ausschließlich durch die Nase verlief. Durch die Atemübung wurde man tiefer und tiefer in seinen innerstes verfrachtet. Zuerst spürte ich nichts und war nur erschrocken über meine Mitmedis, die anfingen zu lachen, zu schreien oder mit sich zu reden. Als wir dann bei der 100ersten Atemübung waren verspürte ich eine innerliche Zufriedenheit, wie ich sie nicht erwartet hatte. Das letzte Jahr war wirklich nicht leicht für mich und ich dachte, dass ich auf Bali vieles zu verarbeiten hätte. Doch an diesem Tag, in diesem Raum mit völlig fremden Mitmedis aus aller Welt verspürte ich Dankbarkeit, Glücksgefühle und innerliche Ausgeglichenheit. In mitten von Menschen die weinten, schreiten und lachten musste ich grinsen. Was für eine absurde Situation – jedoch fühlte es sich nicht absurd an, sondern echt. „Lasst euren Nebensitzer weinen, wenn er weinen möchte. Konzentriert euch auf eure Energiezentren.“ Ich versuchte das zu befolgen dass Punnu uns riet. Mein Körper sprach eine andere Sprache als mein innerstes. Schnell verspürte ich ein körperliches Vibrieren. „Huch, was passiert mit mir?“ Ich bekam Rückenschmerzen und mein linkes Bein schlief ein und an mein Ohr verspürte ich so ein komisches Kribbeln, als würde ein Tierchen hineinkriechen wollen – igitt! „Ok, keine Panik, lass es zu so wie Punnu es gesagt hat“. So waren die Rückenschmerzen irgendwann weg und das Tierchen auch. Ich sah Gekos, ein Licht und die letzten Tage auf Bali vor meinem innerlichen Auge vorbeigehen. Dabei erkannte ich innerliche Ängste aber auch Erinnerungen, die mir mein Leben lang bleiben werden. Als die Meditationsstunde vorbei war, fing mein Bein an höllisch weh zu tun. So weh, dass ich kaum ruhig sitzen konnte. „Was ist das?“, fragte ich das deutsche Mädchen neben mir. „Das kommt durch die Meditation, mein Körper überventiliert auch, schau.“ Sie zeigte mir ihre Hände die furchtbar zitterten. Ich war verblüfft welche Nebenwirkungen so ein paar Atemübungen mit sich brachten. Versteht mich nicht falsch, ich mache mich nicht darüber lustig, aber man ist doch erstaunt welche Auswirkungen es auf uns Menschen hat und wieviele innerlichen Ängste und Emotionen entfacht werden. Punnu fragte in die Runde, ob jemand seine Erfahrungen mit der Runde teilen möchte. Ich war so mit meinem Bein beschäftigt, dass ich kaum die „Erfahrungsberichte“ mit bekam. Jedoch blieb mir die Geschichte des Mädels mir gegenüber fest verankert. Sie erzählte von ihrem Freund in New York und wie sie verzweifelt versuchte in ihre Beziehung sie selbst zu bleiben. Während der Meditation begann sie zu weinen, weil ihr klar wurde dass sie in ihre Beziehung nicht glücklich sei und nicht die sein kann, die sie wahrhaftig ist und welche schwere Aufgabe auf sie warte, wenn sie zurück nach New York kehrt. Im Raum wurde es still und sogar Punnu hatte keine Worte dafür. Nachdem die Mitmedis ihre Erfahrungen mit uns teilten ergriff Punnu zum Abschluss noch das Wort. Er erzählte von Perfektionismus, Ängsten und Mitmenschen. Wir suchen das Glück außerhalb und nicht in uns selbst und das sei ein Fehler. Wenn wir tief in uns gehen und die Realität erkennen sehen wir uns. Und nur alleine uns selbst. Es ist wichtig unser innerstes in Gleichgewicht zu halten, um all unser Potenzial und Energie nutzen zu können. „We all are spiritual humans“! Ob wir wollen oder nicht. In uns allen steckt die Spiritualität, es geht dabei darum diese Spiritualität in uns zu erwecken, um unsere vollkommene Energie und Inspiration entfalten zu können. Und dann sagte er den entscheidenden Satz! The source of life, of everything is LOVE. Endlich jemand der mich versteht!

 

Was es sich mit meinen Schmerzen auf sich hatte – Punnu meinte es wäre Toxic. Toxic? „Ja, dein Körper versucht die Gifte, die du mit dir trägst zu eliminieren.“ *Suprise Face* ! Er empfahl mir eine persönliche Session bei ihm zu vereinbaren, um dies besser auf den Grund zu gehen.

 

Seit gespannt….

Was habe ich heute gelernt:

Ich habe gelernt, dass eine Gemeinschaft immer viel stärker ist als eine einzelne Person. Wie schnell wir in Kontakt mit anderen kommen können, wenn wir es zu lassen. Und….egal ob Mann oder Frau, Christ, Buddhist, Franzose, Deutscher oder Koreaner….uns verbinden die gleichen Ängsten, Hoffnungen und vor allem die Liebe.

 

Eure philipa aus Bali

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